Sicher war es ein kalter und schneereicher Winter 1852/1853. Weihnachten war vorbei, als der Revierförster Angerer an seinem Ofen saß und daran dachte wie schön doch die Christmette gewesen ist. Besonders gut hatte ihm die feierliche Musik gefallen. Eigentlich, so dachte er müssten diese Musiker doch öfters auftreten und nicht nur zu den kirchlichen Festen.

Diese Gedanken trug er einige Tage mit sich herum. Immer, wenn er mit seinem Hund einen Waldgang machte - und ihn niemand störte - dachte er daran.

Da muss doch was möglich sein - so dachte er, wenn ich diese Musiker mal an einem Abend einlade und wir reden darüber, ob die Musiker sich nicht zu einem richtigen Verein zusammenschließen.


Gründung

So lud er für den 30. Januar 1853 26 ehemalige Musiker in die Wohnung des Gemeindevorstehers Wagner ein. Offensichtlich stieß er offene Türen ein, denn bereits am gleichen Abend gründete man ein Musikkränzchen. Lange gefackelt haben sie nicht und es ging mit Hochdruck an die Arbeit. Bereits am 2. Februar wurde ein Gesetz erlassen - heute würden wir Satzung dazu sagen. So ganz außer der Übung scheinen die Gründermusiker noch nicht gewesen zu sein, denn schon am 3. März fand die erste "Produktion" statt. Das war das erste Konzert des Musikkränzchens - des heutigen Musikvereins.

Der junge Verein hatte bereits viele auswärtige Anhänger. Die Interessenten kamen bereits aus Kronach, Stadtsteinach, Steinberg, Wallenfels und aus Ober- und Unterrodach. Es muss ein schmuckes Bild gewesen sein, als die Kutschen oder im Winter die Schlitten vorfuhren.

Ab dem Jahre 1859 war der Kammermusikdirektor A. Sperling aus Weimar in Zeyern als Musiklehrer tätig. Unter seiner Leitung erlebte das Musikkränzchen eine Blühte. Er war auch Komponist - wie erhaltene Konzertprogramme beweisen.

Ein erster großer Einschnitt kam mit dem Krieg 1870/1871. Etliche Musiker wurden zum Militärdienst eingezogen. Erst im Jahre 1875 übernahm der Militärmusiker Georg Felsecker die Führung des Musikkränzchens.

Namensänderung

 Im Jahre 1895 wurde das Musikkränzchen in Musikverein 1853 Zeyern umbenannt. Aufgrund fehlender Akten kann über

diese Zeit wenig berichtet werden. Nur soviel, dass der Verein sehr vermögend gewesen sein muss. Es waren unter anderem 200 Goldmark in Pfandbriefen angelegt.

 

Nach dem 1. Weltkrieg

Wie es Kriege so an sich haben zerstören sie nicht nur Leben, sondern auch gesellschaftliche Aktivitäten. Der erste Weltkrieg hinterließ in den Reihen des Vereins Lücken. Nach Kriegsende scharte Altschmiedemeister Johann Zeuss die heimgekehrten Musiker um sich und begann mit der Ausbildung junger Musiker.

Der mühsame Neubeginn nach dem Krieg erhielt bereits im Inflationsjahr 1923 einen herben Rückschlag. Besonders schwierig war die Aufrechterhaltung der Vereinstätigkeit während der Wirtschaftskrise Ende der 20er Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts

Hitlerdeutschland

Eine ganz neue Herausforderung an den Verein brachte die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler. Um weiter bestehen zu können, musste sich der Verein der Fachschaft für Volksmusik bei der Reichsmusikkammer anschließen. Dazu waren aber nicht alle bereit. So schrumpfte die stolze Truppe zu einem armseligen Häuflein. Die Einberufung zum Reichsarbeitsdienst und zur Wehrmacht taten ihr Übriges. Einen hohen Blutzoll forderte der zweite Weltkrieg auch vom Musikverein.

 Wiedergründung

Wie zu allen Krisenzeiten des Vereins fanden sich auch nach dem zweiten Weltkrieg Männer um den Verein aufrecht zu erhalten. Bei der' Wiederbelebung des Musikvereins machten sich besonders Hans Zeus, Hans Zapf, August Amschler und Hans Braun einen Namen. Ältere Musiker, junge Burschen und Heimatvertriebene waren das Startkapital tür den Musikverein.

Diese drei Männer erwarben sich große Verdienste beim Wiederaufbau der Musikkapelle nach dem 2. Weltkrieg.

100 Jahre - Musikfest mit Wettstreit vom 4. bis 5 Juni 1953

Der Jubelverein mit Bruno Krutsche und den Ehrendamen

Andreas Rubel als Husar und Simon Hempfling als Ulan führen

mit den Pferden den Festzug an.

 

 110 Jahre - Bundesbezirksmusikfest vom 26. bis 29 Juni 1964

Der Vorsitzende Hans Braun begrüßt die Attraktion des Festes!

Die SchuhPlattlergruppe "Tauernkogler" aus Mittersill in Österreich.

Der Marsch zur Bierprobe mit dem Schilderträger Armin Zapf.

Der spätere Vorsitzende ist leider viel zu Früh verstorben.

120 Jahre - Frankenwald-Bläsertreffen vom 13. bis 16 Juli 1973

An der Dorflinde fand der Jubiläumsgottesdienst statt

Echte Begeisterung herrschte als die "Original Egerländer Musikanten" mit Ernst Mosch die Löffelpolka spielten.

 

 125 Jahre - Kreis - Musikfest vom 9. bis 12 Juli 1978

Die Festansprache zum Kommers hielt der Bezirks-Vorsitzende des NBMB Adolf Seubold aus Neuses.

 150 Jahre - Bundesbezirksmusikfest vom 18. bis 21 Juli 2003

Unsere Festdamen:

Alexandra Bähr, Vera Bähr, Katja Bähr,

Jutta Felsecker,Theresa Hannig,

Melanie Wimmer, Carmen Eberth,

Sabrina Gläsel, Tina Kremer und

Silvia Wunder-Weis.

Diese Chronik wurde in Zusammenarbeit mit Werner Hempfling erstellt.